In der Evangelischen Beratungsstelle gilt der Leitsatz Reden hilft! Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan.
Dabei geht es nicht um ein gesellschaftliches Randphänomen: In Deutschland sterben jedes Jahr rund 10.000 Menschen durch Suizid – mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Trotzdem fällt es vielen Menschen noch immer schwer, über Suizidgedanken und Suizidalität zu sprechen.
Welttag der Suizidprävention in Bonn
Am Donnerstag, 10. September 2026, macht das Netzwerk Suizidprävention mit verschiedenen Aktionen auf das Thema Suizidprävention aufmerksam. 
Im Rahmen der „Überlebensmeile“ gibt es zwischen 10:00 und 17:30 Uhr Informations- und Gesprächsangebote am Bonner Münster, auf dem Vorplatz der Kreuzkirche sowie in der Mensa CAMPO in Poppelsdorf. Informationsmaterial liegt ebenfalls bereit.
Von 11:00 bis 13:30 Uhr findet im Kapitelsaal am Bonner Münster außerdem das offene Gruppenangebot „Die richtigen Worte finden: Über das Thema Suizid sprechen und sich mit anderen verbinden“ statt. Um 12:15 Uhr gibt es einen Gottesdienst im Gedenken an Menschen, die durch Suizid gestorben sind, und an alle Mitbetroffenen.
Begegnung und Austausch mit AGUS und der Evangelischen Beratungsstelle von 12 bis 17:30 Uhr auf dem Vorplatz der Kreuzkirche
Auf dem Vorplatz der Kreuzkirche werden Mitwirkende der Beratungsstelle und AGUS zwischen 12 und 17:30 Uhr zum Austausch und Gespräch einladen. Es geht um Information, Aufklärung und bei bedarf ist kurzfristige psychologische Beratung möglich!
- Um 14:00 und 16:30 Uhr begleitet die Bonner Musikerin Mary Sophi die Veranstaltung musikalisch.
- Von 12:30 bis 15:00 Uhr können Besucher*innen gemeinsam mit Lena von Optipearl ein Armband gestalten. Eine kreative Einladung, sich mit dem zu beschäftigen, was verbindet und Halt geben kann.
- Um 17 Uhr findet ein gemeinsamer Abschluss mit Trauerexpertin Chris Paul und AGUS e. V. statt.
Wir möchten an diesem Tag einen Ort schaffen, an dem vorurteilsfrei über Suizid gesprochen werden darf und Trauernde den Raum erhalten, der ihnen im Alltag oft fehlt.
Suizidprävention braucht Öffentlichkeit. Deshalb beteiligt sich die Evangelische Beratungsstelle auch medial an der bundesweiten Kampagne Deine Geschichte ist nicht zu Ende der Arbeitsgruppe Regionale Netzwerke im Nationalen Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Der Welttag der Suizidprävention in Bonn wird gestaltet und durchgeführt von:
- AGUS e. V.
- Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Bundesstadt Bonn
- Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-, Partnerschafts- und Lebensfragen
- Katholische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen Bonn (EFL)
- Michael-Franke-Stiftung
- Psychologische Beratung des Studierendenwerks Bonn
- Psychologische Beratung in der ZSB der Universität Bonn
- Stadtdekanat Bonn
- TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg e. V.
Unsere Haltung zu Suizid und Trauer
Verständnis für Suizidgedanken zu zeigen bedeutet nicht, den Wunsch zu sterben gutzuheißen. Es bedeutet, die Not eines Menschen ernst zu nehmen, zuzuhören und Hilfe zugänglicher zu machen.
Wir möchten Räume schaffen, in denen über Suizid und Suizidgedanken gesprochen werden darf – offen und ohne Angst vor Verurteilung.
Deshalb sprechen wir bewusst nicht von „Selbstmord“. Der Begriff stellt den Tod durch Suizid sprachlich in die Nähe von Schuld und Verbrechen und kann sowohl Betroffene als auch Hinterbliebene zusätzlich belasten.
Hilfsangebote – schnell, kostenlos und anonym
Die App KrisenKompass ist ein „Notfallkoffer für die Hosentasche“ der TelefonSeelsorge.
Die TelefonSeelsorge ist unter den Rufnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 rund um die Uhr erreichbar. Online gibt es die OnlineSeelsorge.
Das Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer berät Mo.-Sa. von 14 bis 20 Uhr unter 116 111.
Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer berät Mo., Mi., Fr. von 9 bis 17 Uhr und Di. sowie Do. von 9 bis 19 Uhr unter der 0800 111 0 550.
U25 ist ein Onlineangebot für Menschen in (suizidalen) Krisen unter 25 Jahren, wobei die Beratenden selbst unter 30 sind.
bke-Onlineberatung für Eltern und Jugendliche – E-Mail-Beratung von Fachkräften.